Arbeitskampfmaßnahmen an der Charité - Universitätsmedizin Berlin Informationen für Patienten, Besucher, Presse und Streikende
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Empfehlungen für Patientinnen und Patienten Die Ärzteinitiative empfiehlt, allen Patientinnen und Patienten, unmittelbar vor Beginn und während des Streiks soweit möglich andere Behandlungseinrichtungen in Berlin in Anspruch zu nehmen. Sofern eine Behandlung unmittelbar an eine Einrichtung im Bereich der Charité gebunden ist, sollte umgehend eine Kontaktaufnahme mit der jeweiligen Einrichtung erfolgen und erfragt werden, ob die Behandlung im Zeitraum der Arbeitskampfmaßnahmen stattfinden wird. Während des Streiks wird zusätzlich ein allgemeines Informations-Telefon sowie eine e-mail-Adresse bereitgestellt, über die kurzfristig Informationen über den Streik und ggfs. alternative Behandlungsmöglichkeiten eingeholt werden können.
Warum streiken die Ärztinnen und Ärzte an der Charité ?
Liebe Patientin, lieber Patient, wie Sie zahlreichen Pressemitteilungen der letzten Tage und Monate entnehmen konnten, unterliegt die Charité – Universitätsmedizin Berlin einem umfassenden Wandel und damit außerordentlichen Sparzwängen. Durch stockende Tarifverhandlungen und parallelen Einstellungsstopp herrscht an der Charité eine besondere Situation. Die rigiden Sparvorgaben treffen vor allem die klinischen Leistungsträger, die Ärztinnen und Ärzte, Schwestern und Pfleger. Die Ärzteschaft ist wegen der üblichen Kurzzeitverträge (1 Monat bis meistens 2 Jahre) in ihrer Berufsgruppe allerdings im besonderen Maße betroffen. Hier können Sparziele kurzfristig verwirklicht werden, indem der Vorstand Verträge auslaufen lässt und ärztliche Stellen abbaut. Neben unkalkulierbaren Zukunftschancen besteht weiterhin eine fehlende Überstundenvergütung. Die Aufrechterhaltung der klinischen Versorgung ist momentan nur durch eine Subventionierung durch die Ärzte möglich, die in 70-80 Stundenwochen 85.000 unbezahlte Überstunden pro Monat erbringen! Das entspricht einem Gegenwert von 20 Mio. Euro. Ohne diese betriebswirtschaftlich einkalkulierte Arbeitskraft bräche das gesamte System Charité zusammen. Schon jetzt wird es immer schwieriger, notwendige Untersuchungen und Behandlungen zeitnah durchzuführen. Aufgrund der zunehmenden Arbeitsbelastung der Ärzteschaft im Bereich administrativer Aufgaben, können nur weniger als 30% der täglichen Arbeitszeit für die Versorgung der Patienten aufgewendet werden. Die Fürsorge und Verantwortung für Sie als Patient ist und bleibt jedoch das höchste Gut. Daher kämpfen wir Ärzte derzeit für eine dringende Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen – der Arbeitsverhältnisse, in denen ständige Zunahme arztfremder Leistungen den Alltag bestimmen und die Behandlungsqualität einschränken. Daneben fordern wir eine der tatsächlich erbrachten Arbeitszeit angemessene Bezahlung und ein Ende der Stellenkürzungen als essentielle Voraussetzung zum Arbeiten im Sinne der Sicherheit unserer Patienten. Daher findet in der Woche vom 28.11.2005 bis 02.12.2005 ein Streik an der Charité statt. In dieser Zeit wird es zu Verzögerung im klinischen Ablauf kommen. Geplante Aufnahmen und Operationen für diese Tage müssen - außer in Einzelfällen - leider abgesagt werden. Auch die Polikliniken werden in dieser Zeit nur dringende Fälle (z.B. Langzeitpatienten mit chronischen Erkrankungen) behandeln können. Sollten Sie einen Termin zur Vorstellung in dem angegebenen Zeitraum haben, werden Sie einen Ersatztermin erhalten. Eine adäquate Versorgung aller Notfälle wird selbstverständlich auch in dieser Zeit zu 100% gewährleistet sein. Im tagtäglichen Klinikbetrieb ist es unser gewählter Beruf, Ihnen als Patient zu helfen. Jetzt haben Sie die Möglichkeit auch uns mit ihrem Verständnis zu helfen. Wir rufen Sie hiermit auf, uns in dieser gemeinsamen Aktion zu unterstützen und den öffentlichen Druck auf Politik und Vorstand der Charité zu erhöhen. Über Ihre Kommentare würden wir uns freuen. Sie können uns diese unter streikinfo@klinikaerzte.org zukommen lassen. Während des Streiks sind wir zusätzlich unter folgender Hotline für Sie erreichbar: (030) / 450 550500 Vielen Dank für Ihr Verständnis! Die Ärzteinitiative der Charité
Empfehlungen für Besucher/-innen Wenn sie Angehörige, die während der Dauer der Arbeitskampmaßnahmen in der Charité behandelt werden, besuchen möchten, können Sie dies selbstverständlich wie bisher ohne Einschränkungen tun.
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